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Diagnostik

Was wir messen, und wie sich das anfühlt

In unserer Praxis bieten wir das gesamte Spektrum gängiger Laboruntersuchungen einschließlich Liquoranalytik sowie neurophysiologische und neurovaskuläre Diagnostik. Hier steht für jedes Verfahren, wozu es dient, wie es abläuft und was Sie dabei spüren. Wenn etwas unklar bleibt, fragen Sie vor dem Termin, wir erklären es gern.

01

EEG

Elektroenzephalografie, Ableitung der Hirnströme

Das EEG dient der Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Über Oberflächenelektroden auf der Kopfhaut werden die Hirnströme aufgezeichnet. Die Untersuchung unterstützt insbesondere die Diagnostik epileptischer Anfälle sowie den Nachweis lokaler oder allgemeiner Funktionsstörungen des Gehirns.

So läuft es ab
  1. Sie sitzen oder liegen entspannt, eine Haube mit Elektroden wird aufgesetzt und mit Gel benetzt.
  2. Aufzeichnung der Hirnströme. Zwischendurch Augen öffnen und schließen, tief atmen, kurze Lichtreize.
  3. Auswertung und Besprechung meist im selben Termin.
Vorbereitung
  • Am Tag der Untersuchung kein Haarspray verwenden.
  • Medikamente wie gewohnt einnehmen.
Dauer

etwa 20–30 Minuten

02

EMG und ENG

Elektromyografie, Elektroneurografie (Nervenleitmessung)

EMG und ENG dienen der Diagnostik von Erkrankungen der Muskeln und Nerven. Sie kommen unter anderem zur Abklärung von Verletzungen oder Engpasssyndromen peripherer Nerven wie dem Karpaltunnelsyndrom zum Einsatz. Darüber hinaus unterstützen sie die Diagnostik generalisierter Nervenerkrankungen wie Polyneuropathien, neuromuskulärer Übertragungsstörungen wie der Myasthenie sowie verschiedener Muskelerkrankungen.

So läuft es ab
  1. Kurze Untersuchung von Kraft und Gefühl.
  2. ENG (Nervenleitmessung): Die Nerven werden durch kurze elektrische Reize stimuliert, die Reaktionen über Oberflächenelektroden abgeleitet.
  3. EMG, wenn nötig: Feine Nadelelektroden messen die elektrische Aktivität der Muskulatur, Sie spannen den Muskel kurz an.
  4. Befund in der Regel direkt im Anschluss.
Vorbereitung
  • Hände und Füße warm halten, kalte Haut verfälscht die Messung.
  • Keine Cremes oder Lotionen an den zu untersuchenden Stellen.
Dauer

meist nur wenige Minuten, je nach Fragestellung

03

Farbduplex-Sonografie

Doppler- und Farbduplexsonografie der hirnversorgenden Gefäße

Die Doppler- und Farbduplexsonografie dient der Untersuchung der hirnversorgenden Blutgefäße. Sie wird insbesondere eingesetzt, wenn der Verdacht auf Durchblutungsstörungen des Gehirns oder auf Gefäßerkrankungen besteht, die das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen können. Die Gefäßabschnitte an Hals, Kopf und Gehirn werden detailliert dargestellt. So lassen sich Gefäßverengungen, arteriosklerotische Veränderungen, Einrisse der Gefäßwand sowie entzündliche Gefäßerkrankungen erkennen. Die Untersuchung dient außerdem der Verlaufskontrolle nach Operationen oder Stentimplantationen an den Halsschlagadern.

So läuft es ab
  1. Sie liegen entspannt auf der Liege.
  2. Schallkopf mit Gel am Hals, anschließend an der Schläfe.
  3. Die Gefäße werden farbig dargestellt, der Blutfluss wird hörbar gemacht.
  4. Ergebnis wird sofort besprochen.
Vorbereitung
  • Keine Vorbereitung nötig.
  • Halsschmuck ablegen.
Dauer

etwa 20–30 Minuten

04

Evozierte Potenziale

VEP und SSEP

Evozierte Potenziale beurteilen die Funktionsfähigkeit von Nervenbahnen. Dabei werden gezielt Sinnesreize ausgelöst, etwa visuelle oder sensible, und die daraus entstehenden elektrischen Antworten des Nervensystems gemessen. So können Störungen in den entsprechenden Leitungsbahnen erkannt werden. Visuell evozierte Potenziale (VEP) bei Verdacht auf Erkrankungen des Sehnervs, ungeklärten Sehstörungen oder entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Somatosensibel evozierte Potenziale (SSEP) bei ungeklärten Sensibilitätsstörungen und Erkrankungen der Nerven oder des zentralen Nervensystems, insbesondere bei Verdacht auf Funktionsstörungen des Rückenmarks.

So läuft es ab
  1. Feine Elektroden werden an der Kopfhaut befestigt.
  2. VEP: Über ein Schachbrettmuster auf einem Bildschirm werden nacheinander beide Augen stimuliert. Dauer etwa 5 bis 10 Minuten.
  3. SSEP: Nervenfasern an Armen oder Beinen werden durch schwache elektrische Impulse stimuliert, die Signale über Elektroden an der Kopfhaut gemessen. Dauer etwa 10 bis 15 Minuten.
Vorbereitung
  • Für die VEP ist eine ausreichende Sehschärfe nötig: Brille oder Kontaktlinsen mitbringen.
  • Haare ohne Gel oder Spray.
Dauer

VEP 5–10 Minuten, SSEP 10–15 Minuten

05

Liquoruntersuchung

Lumbalpunktion

Die Liquoruntersuchung analysiert die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit und ermöglicht wichtige Rückschlüsse auf entzündliche oder infektiöse Erkrankungen des Nervensystems. Sie wird insbesondere bei Verdacht auf Entzündungen oder Infektionen der Hirnhäute, des Gehirns, des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln eingesetzt. Darüber hinaus findet sie Anwendung bei anderen neurologischen Erkrankungen, beispielsweise bestimmten Demenzformen oder einem Normaldruckhydrozephalus.

So läuft es ab
  1. Im Vorfeld ein ausführliches Aufklärungsgespräch zu Indikation, Ablauf und möglichen Nebenwirkungen. Sie erhalten ein Aufklärungsformular.
  2. Die Punktion erfolgt in der Regel im Sitzen bei leicht nach vorne gebeugter Wirbelsäule. Eine medizinische Assistenz unterstützt Sie.
  3. Eine dünne, atraumatische Nadel wird im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule in den Wirbelkanal eingeführt und wenige Milliliter Liquor entnommen.
  4. Auswertung im Labor, Besprechung des Befunds in der Praxis.
Vorbereitung
  • Aufklärungsformular unterschrieben zum Untersuchungstermin mitbringen.
  • Blutverdünner und Gerinnungsstörungen vorab mitteilen.
  • Normal essen und trinken.
Dauer

etwa 10 Minuten einschließlich Vorbereitung

06

Hirnleistungsdiagnostik

Neuropsychologische Testung, Biomarker

Zur Erkennung von Gedächtnis-, Konzentrations- oder anderen Hirnleistungsstörungen kommen neben einer ausführlichen Anamnese standardisierte neuropsychologische Testverfahren und gegebenenfalls eine biomarkerbasierte Diagnostik zum Einsatz. Je nach Fragestellung ergänzen ein EEG oder eine Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße das Bild. Die Befunde werden ausführlich besprochen und in einem schriftlichen Bericht dokumentiert.

So läuft es ab
  1. Gespräch zu Beschwerden und Alltag, gern mit Angehörigen.
  2. Testverfahren am Tisch: Wörter merken, Zahlen, Zeichnen, Aufmerksamkeitsaufgaben.
  3. Auswertung mit altersbezogenen Normwerten, bei Bedarf Biomarker aus Blut oder Liquor.
  4. Besprechung und schriftlicher Bericht.
Vorbereitung
  • Ausgeschlafen kommen.
  • Brille und Hörgerät mitbringen.
  • Medikamentenliste.
Dauer

etwa 45–90 Minuten

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